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Arctic Circle Trail

Der Arctic Circle Trail ist ein 170 Kilometer langer Wanderweg auf der Höhe des Polarkreises in Westgrönland. Da er relativ einfach zu gehen ist und es dort zudem (unbewirtschaftete) Hütten gibt, ist er auch für unerfahrene Wanderer gangbar.

Reisezeitraum:
Sommer: Mitte Juni bis Mitte September.
(Im September kann es aber bereits schneien, dafür sind die Mücken tot.)

Winter: Bis Ende April liegt Schnee. (Wie überall im Norden empfiehlt sich demnach der März.)

Anreise:
Flug von Kopenhagen nach Kangerlussuaq mit Air Greenland (ab 400 € hin und zurück.)
SAS hat vorerst wieder die Flüge eingestellt.
Der Flug von Kangerlussuaq nach nach Sisimiut kostet One-Way ab 60 €.

Auch hier lohnt es sich hier früh zu buchen, die regularen Preise sind ca. 50% höher.

Übernachtung:
Vermutlich wird man auf dem Hinweg eine Nacht in Kopenhagen verbringen müssen und wer nicht auf dem Flughafen übernachten möchte, kann z.B. hier gut nächtigen. Liegt mitten in der Stadt mit perfekter Anbindung zum Flughafen. Auch ist die Hostel nicht weit vom Bahnhof entfernt. Aber natürlich gibt es auch vier Milliarden andere Hostels in Kopenhagen, auf die dies zutreffen wird.

In Kangerlussuaq sollte man nur übernachten wenn es nicht anders geht.
Die Preise sind saftig, ja eigentlich schon unverschämt, der Ort ist grässlich,
also keine gute Kombination.
Es gibt zum einen das große Transithotel, welches direkt zum Flughafengebäude gehört. Dieses hat den Standard eines normalen Hotels und kostet in der preiswertesten Kategorie ca. 90 Euro.
Dazu gehören ein paar ehemalige Militärbaracken mit dem Komfort einer schlechten Jugendherberge (Hotel Ummimak, ab 50€) oder so gar einer sehr miesen Jugendherberge (Reindeer Inn).
Zusätzlich gibt es noch die Jugendherberge
Old Camp, wo ein Einzelzimmer auch schon stolze 75€ aus der Reisekasse entfernt.

Allerdings lohnt sich ein Tagesausflug zum Inlandseis,
In der Hostel gibt es Räder zum Ausleihen. Dreißig Kilometer Schotterpiste führen zum Eis,
doch die sind hart zu erkaufen!
Zeltplätze sind überall zu finden, den "Zeltplatz" neben dem Flugplatz hab ich noch nie bewohnt gesehen und ich wüsste auch nicht was für einen Grund es geben soll, dort zu zelten. Richtung Inlandseis lassen sich schnell ne Menge guter Plätze am Watson River finden.

Waschen kann man sich im Flughafengebäude. Dort gibt es auch Duschen, allerdings eigentlich nicht für Nichthotelgäste,aber ich habe noch nie gehört, dass irgendwer das ernsthaft kontrolliert, und schlimmstenfalls kann man ja auch fragen. Bezahlt man die Übernachtungsgebühr für den "Zeltplatz" darf man in den Gebäuden mit den preiswerten Zimmern hinter dem Flugplatz duschen.

Auf dem Arctic Circle Trail:
Zehn Tage dürften geübten Wanderern locker ausreichen den Weg zu gehen, in vierzehn Tagen ist der Arctic Circle Trail auf jeden Fall zu laufen.
Man kann sich vor der Wanderung bei der örtlichen Polizeiwache abmelden und seine geplante Reisedauer angeben. Meldet man sich dann nicht nach Ablauf dieser Zeit wieder bei der Polizei, suchen sie einen. Das kostet nichts, nur muss man sich melden wenn der Weg geschafft ist, weil ja sonst umsonst gesucht wird. Und dies wird dann sicher nicht mehr kostenlos sein.

Welche Richtung man geht würde ich von der restlichen Reiseplanung und den daraus resultierenden Verbindungen abhängig machen. Denn ist man schon mal in der Gegend, so sollte, ja muss der Ilulissat Eisfjord besichtigt werden, (auch wenn ein Tag dafür gut ausreicht). Auch die Diskoinsel ist sicher einen Besuch wert. Und von Ilulissat fährt das
Küstenschiff auch bequem bis nach Sisimiut. Aber halt auch nur einmal die Woche.

Startet man in Sisimiut, so geht's halt mit dem vollen Rucksack ins Gebirge, um dann gut durchtrainiert mit leichtem Gepäck die flachere Gegend vor Kangerlussuaq abzuwandern.
Dafür lassen sich am Ufer der Amitsorsuaq wohl eher Kanus finden, da zumindest laut Hüttenbücher die Mehrzahl der Wanderer in der Gegenrichtung unterwegs ist. Dies ist damit auch ein weiterer Nachteil, den die Wahrscheinlichkeit eine Hütte teilen zu müssen steigt dadurch natürlich enorm.
Ein Vorteil hingegen ist, das die letzte Etappe von Kellyville nach Kangerlussuaq bei Zeitknappheit mit dem Taxi (oder als Anhalter) zurückgelegt werden kann.

Der Weg selber ist einfach zu gehen, sehr deutlich markiert und ausgelaufen, selbst die Schwierigkeit der Ittineq Durchquerung ist durch eine neue Brücke genommen wurden.
Kommt man aus Sisimiut so ist diese von der Anhöhe kurz vor dem Ittineq gut zu sehen, aus der Gegenrichtung hingegen wird es wegen der Sümpfe im Flusstal schwierig.
Die Brücke befindet sich ziemlich genau auf 52° 20' W.


Hütten:
Die Flusstalhütte ist wie die Hütte südöstlich des Iluliumanersuuq Portonga nicht auf der Karte eingezeichnet, deshalb die ungefähren Koordinaten unten. Alle Hütten sind gut zu finden/sehen.

Hüttename Distanz Gesamtdistanz Bettenanzahl Sonstiges
Sisimiut   0 Hotel/Hostel  
Hütte am Fjord Kangerluarsuk Tulleq 20 20 3-6 Kein Ofen
Flußtalhütte
18 38 4-6 52°58' N 67°00' W
Innajattoq 18 56 10-12
4-6
Sehr schön!!
Iluliumanersuuq Portonga 22 78 4-6 52°22' N 67°00' W
Ikkarluttoq 12 90 4-6  
Canoe Centre 22 112 16-22  
Katiffik 25 137 3-6 Kein Ofen
Kangerlussuaq 39 176 Hotel/Hostel  

Die Öfen oben sind Dieselöfen, hat man also kein Diesel dabei, hilft der Ofen auch nicht viel.
Ebenfalls zur Grundausstattung gehört eine alte Öltonne in der der Müll verbrannt wird.
Viele Wanderer deponieren offenbar im Glauben an eine Müllabfuhr ihre Reste sorgfältig in diversen Abstellflächen.
Schlimmer wird's nur noch durch diejenigen, die ihren Abfall in der freien Wildnis niterlassen, was so richtig schön scheiße aussieht.
Bitte verbrennt Eurenr Müll oder nehmt in wieder mit, was noch besser ist.
In manchen Hütten gibt es richtige Toiletten. Das Resultat des Kloganges findet sich in schwarzen Beuteln wieder, die der Herausgeber dann zuknotet und in eine große gekennzeichnete Box vor der Hütte wirft. Im Winter, wenn die Kälte die Ware ungefährlich gemacht hat, wird dies dann eingesammelt. Auch hier ist jeder für seinen eigenen Scheiß verantwortlich!


Ausrüstung:
Kocher, Zelt, trallala, das übliche halt. Einen Schlafsack der auch unter Null grad warm hält, grade wenn man am Ende der Saison unterwegs ist.
Gummistiefel!!!!
Bitte lauft in Gummistiefeln, hatte mir extra für diese Tour
Tretorns gekauft und bin ausschließlich in denen gewandert und dies war eine Offenbarung.
Der Weg ist nicht ab und zu ein wenig sumpfig,
nein er ist sehr weite Strecken sehr sumpfig.



Sonstiges:
Der Arctic Circle Trail ist kein schwieriger Weg, ganz bestimmt nicht. Der ausgelatschte Weg ist wunderbar und die meiste Zeit gut sichtbar. Zusätzlich gibt es eine ganze Menge Steinmännchen. Orientierung ist also kein Problem. Zumal man ja auch nicht ganz allein sein wird. Schön ist er trotzdem.

Jedes Jahr findet in der Gegend das
Arctic Circle Race statt. Insgesamt sind 160 Kilometer in drei Tagen mit Langlaufski zu erlaufen. Das nächste Arctic Circle Race findet vom 9.4. bis zum 11.4.2010 statt.


Literatur:

Grönland: Arctic Circle Trail, David Kuhnert und Oliver Schröder; 12,90€
Gibt dazu nicht viel zu sagen, steht halt drin was drauf steht, braucht man nicht unbedingt, nein eigentlich braucht man es gar nicht. Allerdings ist so ein bisschen Land und Leute lesen ja auch irgendwie ganz angenehm.
Grönland: Ulrike Köppchen, Martin Hartwig und Katja Nagel; 14,90€
Ein normales Reisehandbuch, nicht mehr ganz aktuell, aber wer kann schon über alle Siedlungen in Grönland perfekt informiert sein? Dennoch stimmte einiges und ich habe es sehr gerne dabei gehabt.
Dumont Reise-Taschenbuch Grönland, Sabine Barth; 14,90€
Gilt das Gleiche, haut nicht alles hin, aber was soll's. Am interessantesten sind eh Land und Leute und Geschichte usw. und die ändert sich nicht so schnell. Ist meines Erachtens total wumpe welches man von den beiden kauft.
Karten:
Wanderkarte Sisimiut
WanderKarte Pingu ISBN 87-90677 -18 -8
Wanderkarte Kangerlussuaq ISBN 87-90677-07-2

Alle drei Karten ergeben den Arctic Circle Trail, der Maßstab ist 1:100000. Die Karten sind sehr gut, lediglich die zwei Hütte und die Brücke sind nicht verzeichnet. Die Wege sind auf den Karten nach Schwierigkeitsgrad farblich markiert, aber das schien mir nicht immer sinnvoll. Allerdings hat der Schwierigkeitgrad ja auch viel mit der Laufrichtung zu tun.
Kaufen kann man die natürlich auch in Kangerlussuaq/Sisimiut.

Links:

Hier gibt es weitere Reiseberichte und Informationen:

Bike Nord (Ein paar Bilder vom ACT)
Reiseprojektor (Sehr viel Informationen rund um den Arctic Circle Trail)
Outdoorcafe (Reisebericht)
Ninivut (Reisebericht und viele Grönlandbilder)


Hier geht's zu unseren Bildern vom Arctic Circle Trail und der Diskobucht.

Und hier zum Reisebericht meiner ersten Grönlandfahrt.

© 2009 Sebastian Tappert

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