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Seuchentour 2007

Wenn ein gutausgerüstetes Team, erfahren und trainiert, unter der Führung eines weisen Expeditionsleiters in die weiße Einöde des Nordens aufbricht, ist der Erfolg schon vorprogrammiert.

Da wir von alledem nichts besaßen, verhielt es sich bei uns ein wenig anders:
Ende Februar sind wir (Roberto, Bernie, Schreiber, Knecht, Frauke und icke) von Katterat (zwischen Abisko und Narvik) gestartet um in drei Wochen über Unna Alakas nach Abisko zu wandern und von dort über Riksgrensen wieder nach Katterat zurückzukehren.

Leider griff uns nach ein paar Tagen die allgemein bekannte und gefürchtete Polarseuche an, was zum Ausfall der Mannschaft führte, nagut Bernie und Knecht waren immun dagegen.
Zuallererst zeigte sie sich bei Schreiber, der in seiner ganzen fieberhaften Demenz bei Gegenwind und starkem Schneefall folgenden Satz sprach:" Nächsten Winter fahr ich nach Malle, da isses warm"

Der Wahnsinn sprach aus ihm!! Uns war sofort allen klar, dass wir es mit einem verdammt aggressiven Virus zu tun hatten und uns in mächtig großer Gefahr befanden.

Einer nach dem anderen wurden wir nun Wirte dieses Killervirus und schleppten uns durch die lappländische Pampa.
Das Wetter passte, um das Bild zu komplettieren, zur allgemeinen Stimmung.

Zu allem Unglück verbot uns auch noch unsere Expeditionskrankenschwester den Umgang mit Antibiotika, mit dem wir dem Polarvirus zeigen wollten, wo der Hammer hängt, aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen, die ich natürlich sofort vergessen habe.
Und so wankten wir wie eine geschlagene Armee total auf Aspirin bis nach Abisko.
Natürlich wurde trotzdem der alljährlichen Gewaltmarsch durchgeführt, der, so will es das Gesetz, immer so lange geht, bis sich auch der Letzte nicht mehr daran erinnern kann, warum er derartigen Scheiß eigentlich freiwillig mitmacht.
Selbstverständlich wusste ich bei dieser Gelegenheit die ganze Zeit zu berichten, dass Abisko gleich da ist, nur noch ne halbe Stunde, ab jetzt geht es nur noch runter usw..

Dort blieben wir in unserem Lieblingshotel (Bahnhofshalle) zwei Tage.
Von dort gings nach Riksgrensen (leider keine Bahnhofshalle) nach Björnfjell (sehr empfehlenswerte Bahnhofshalle).
Und schließlich wieder nach Katterat.
Da Traditionen das sind, was man immer wieder macht und keiner weiß warum, wanderten wir am letzten Tag wie gewohnt hinunter zum Fjord. Dabei ist dann Jahr für Jahr zu beobachten, wie sich unsere Skilaufkünste steigern.

Die Fotos sind wieder vom Robert und von Bernie!


© 2009 Sebastian Tappert

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