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Über den eigenen Schatten springen und andere Aktivitäten

Internet ist hier scheißteuer, verzeiht mir also sämtliche Fehlern und Wiederholungen.
Die Mädels sind gestern geflogen, die Zeit war schön mit ihnen, heiße Quellen gab es aber nicht, die liegen weit entfernt! Eigentlich habe ich den Augenblick des Alleinseins sehr gefürchtet, allerdings fürchte ich noch viel mehr das Einchecken in den Flieger nach Europa: Also Willkommen Einsamkeit!

Morgen bringt mich ein Schiff nach Itelleq, dort beginnt meine Wanderung nach Qarqortoq.
Ich habe es noch nicht geschrieben, aber in dieser Region hat Erik der Rote seine Siedlung gebaut, wir waren dort am Anfang der Tour. Von Itelleq liegt nicht weit entfernt Gardar, der ehemalige Bischofsitz zur Zeit der Wikinger.

Der Trail nach Qarqortoq führt über haufenweise Ruinen der Nordmänner. Wege hat´s hier kaum, Makierungen gibt´s nur sonntags, es hat lange gedauert bis die Mädels begriffen haben, dass das auf den Karten Eingezeichnete mögliche Routen sind, aber keine vierspurigen Autobahnen, nach denen sie öfters suchten. Am 11. fahr ich mit der Artic Umiak Line ins 500 km nördlichere Nuuk. Kreuzfahrt für Arme. Ich freu mich riesig drauf, werde auch fleißig nach Walen suchen.

Die Ankunft eines Schiffes der Umiakline ist ein großes Volksfest; der ganze Kai voller Leute, Unmengen von Zeugs werden vom Schiff getragen oder halt wieder rauf, die Dorfjugendlichen hängen einfach so zum Scheiß im Auto ab,
mal sehen was geht.

Auto fahren scheint hier ein großes Hobby zu sein, obwohl man nirgends hin fahren kann, keine Siedlung ist mit einer anderen per Piste verbunden - allerdings sind die Benzinpreise in Grönland verdammt niedrig.

Bisher hab ich den größten Teil der einheimischen Tierwelt nur in Einzelteilen gesehen: Wal, Robbe, Ren usw.

Bin ein wenig am Überlegen, ob ich mir nicht doch noch einen Flug nach Thule hole,
weiß aber noch nicht mal was der kostet. Anscheinend braucht man doch kein Permit.
Norden ich komme (vielleicht)!
Daraus wurde dann leider nix, der Flug nach Qaanaaq kostet leider ca. 4 Milliarden Euro (Oneway!)

Und so freue ich mich jetzt auf morgen, endlich raus aus Narsarsuaq, das Wetter
bessert sich zusehends, heute scheint teilweise wieder die Sonne.
Montag und Dienstag ist hier immer großes An- und Abreisen angesagt, da der Flieger
aus Kopenhagen da war und nun den ganzen Tag unzählige Hellis und kleinere
Maschinen die Leute übers Land verteilen oder die Camps nahe des Inlandeises anfliegen.

[Der "Abenteuer"tourismus boomt, haufenweise Extrem-Mammut-Outdoorguides geben sich in der Nähe des Flughafens die Klinke in die Hand. Am Anfang der Reise wähnte ich mich noch im Paradies, nicht zuletzt weil diese Survivalspezialisten alle um die zwanzig und ganz eindeutig weiblich waren. Nach zwei Wochen in der Nähe Narsarsuaqs war ich froh deren Einzugsbereich zu verlassen. Glücklicherweise war dieser nicht allzu ausgedehnt.]


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© 2009 Sebastian Tappert

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